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EINIGE HISTORISCHE ERLÄUTERUNGEN

-erbaut zwischen 1612 und 1615, Bauherr war das Halberstädter Domkapitel unter seinem Referenten Dekan und Portenarius Matthias von Oppen, der auch Propst von St. Bonifatius in HBS war.

-die Gestaltung dieses Raumes ist als Umbau des ansonsten älteren Baukörpers von etwa 1500 zu verstehen (Rest eines Vorhangbogenfensters an der Ostseite)

-die heutigen 4 Zwillingsfenster gehören dieser Umgestaltungsphase an

-der Raum wurde aufwendig im Stil der Spätrenaissance ausgemalt

-alle vier Wände und die Fensternischen weisen eine vertikale Dreigliedrigkeit auf

-der Sockelbereich wird nach oben durch ein aufgemaltes Steinfries in wechselnden Farben rot- weiß abgeschlossen

-darüber befindet sich ein von vegetabilischem Rankenwerk gekennzeichneter, durch wiederkehrende Muster mit scheintextilen Wirkstreifen durchsetzter aufgemalter "Wandbehang"

-der wiederum nach oben durch ein hier ehemals angebrachtes Brett (oder Bord) begrenzt wurde. Daran befanden sich ursprünglich hölzerne Haken für die Garderobe.

-darüber zeigen die Ost-, Süd- und Westwand bis zur Abbruchkante elegant aufgemaltes Rankenwerk, Büsche und Bäume, die von Fabelwesen bevölkert werden und eine sentimentale, lebensbejahende Geisteshaltung begründen wollen. Blickfang für die Raumnutzer.

-lediglich die Nord(Turm) seite weist in dieser Raumhöhe eine Wappenreihe des Domkapitels auf

vlnr - Matthias von Oppen, Joachim Georg von der Schulenburg, Caspar Wrampe, Ludwig von Lochow, Eitel Johann von Holle, Arndt Spiegel von Pickelshim, Johann Levin von Bennigsen, Henning von Steinberg, Heinrich von Lochow, Lippold von Rossing, Johann Albrecht von Hunigke, Johann Georg Vitzthum von Eckstedt und undeutlich wahrscheinlich Joachim von Tresckow.

-durch die Wappenreihung erscheint diese Seite privilegiert (Gericht ?)

-umlaufend im gesamten Raum am aufgemalten Sockelbereich befand sich eine Holzbank, so daß niemand dem anderen den Rücken zukehren mußte

- die Fensternischen zeigen an den Leibungen zeitgenössisches aufgemaltes Beschlagwerk, über den Fenstersäulen Fischblasenmotive

-der Raum hatte ursprünglich auch zwei Türen, einen Kachelofen und einen Tresorschrank (für Dokumente?)

-der Fußboden war (ist) in Gipsestrich ausgeführt

-die nicht sichtbare Holzbalkendecke entstammt einer noch späteren Umbauphase aus der 2.Hälfte des 17. Jahrhunderts - siehe auch die "Abbruchkante" an den Ost-, Süd- und Westwänden

-noch 1717 wurde dieser Raum als der "Bunte Saal" bezeichnet.

Engel von Zilly
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Förderverein der Wasserburganlage Zilly e.V.